Die Sitznachbarin
(by Desert Star)

Die Sitznachbarin
Guten Tag, ich habe Sitznummer 17 A, kann es sein, daß Sie auf dem falschen Platz sitzen?" fragte ich.
"Nein, ich habe 17 C, zwischen uns ist sogar noch ein Platz frei, warum sollte ich hier falsch sitzen?" fragte sie zurück.
"Weil noch niemals", erklärte ich ihr, "weil noch nie in meinem Leben, nicht ein einziges Mal, eine halbwegs attraktive Frau in meiner Reihe saß. Ich bin schon froh, wenn es mal eine unattraktive ältere Frau ist, aber selbst das kommt nur selten vor.
Meine Sitznachbarn sind immer nur Männer, dicke Männer, schwitzende Männer, solche, deren Bäuche und Hüften ober- und unterhalb der Armlehne zu mir herüberquellen und mich bedrängen und verängstigen; Männer, die nicht nur ,Focus' lesen, sondern oft auch gleich so aussehen wie Helmut Markwort, und die schnaufen beim Aufstehen, wenn sie mich immer wieder zum Klo durchlassen müssen, weil ich vor Kummer sinnlos viel Bier trinke.
Dabei sitzen in jedem Flugzeug mindestens drei wahnsinnig gut aussehende Frauen, und dabei wäre jeder Flug eine wunderbare Gelegenheit, mit ihnen schon mal die Zukunft, die Zahl der Kinder und die Lage des Eigenheims zu besprechen. Ich habe mich beim Einchecken direkt hinter die begehrenswertesten Damen gedrängelt, aber der Computer verweist mich trotzdem immer wieder neben einen Markwort, hinter einen gefährlich aussehenden Boxer, der mir beim Tieferlegen seiner Rückenlehne die Knie malträtiert, und vor einen schwererziehbaren, alleinreisenden Fünfjährigen, der sich den langweiligen Flug über mit meinen Haaren beschäftigt. Das ist mein Platz im Flugzeug und vielleicht sogar der im Leben. Wer mir von anregenden Reisebekanntschaften erzählt, dem glaube ich kein Wort.
Trost gab mir immerhin eine amerikanische Freundin, die es beim Rückflug von einer langen Europareise mit einem Trick versuchte, den sie einmal in einem Film über Singles gesehen hatte: Sie verlangte beim Einchecken einen Platz neben einem alleinreisenden Herrn. Sie mußte dann elf Stunden lang mit einem katholischen Priester aus Irland über die Bibel sprechen."
"Und worüber wollen Sie gern sprechen?" fragte die Frau.
"Zum Beispiel über die Wahrscheinlichkeit, daß kurz vor Abflug noch ein gut aussehender, extrem reicher und trotzdem sehr charmanter Geschäftsmann durch den Gang geschlendert kommt und den Platz Nummer 17 B hat."
Dieser Mann fand sich augenblicklich ein.

Die Sitznachbarin
Guten Tag, ich habe Sitznummer 17 A, kann es sein, daß Sie auf dem falschen Platz sitzen?" fragte ich.
"Nein, ich habe 17 C, zwischen uns ist sogar noch ein Platz frei, warum sollte ich hier falsch sitzen?" fragte sie zurück.
"Weil noch niemals", erklärte ich ihr, "weil noch nie in meinem Leben, nicht ein einziges Mal, eine halbwegs attraktive Frau in meiner Reihe saß. Ich bin schon froh, wenn es mal eine unattraktive ältere Frau ist, aber selbst das kommt nur selten vor.
Meine Sitznachbarn sind immer nur Männer, dicke Männer, schwitzende Männer, solche, deren Bäuche und Hüften ober- und unterhalb der Armlehne zu mir herüberquellen und mich bedrängen und verängstigen; Männer, die nicht nur ,Focus' lesen, sondern oft auch gleich so aussehen wie Helmut Markwort, und die schnaufen beim Aufstehen, wenn sie mich immer wieder zum Klo durchlassen müssen, weil ich vor Kummer sinnlos viel Bier trinke.
Dabei sitzen in jedem Flugzeug mindestens drei wahnsinnig gut aussehende Frauen, und dabei wäre jeder Flug eine wunderbare Gelegenheit, mit ihnen schon mal die Zukunft, die Zahl der Kinder und die Lage des Eigenheims zu besprechen. Ich habe mich beim Einchecken direkt hinter die begehrenswertesten Damen gedrängelt, aber der Computer verweist mich trotzdem immer wieder neben einen Markwort, hinter einen gefährlich aussehenden Boxer, der mir beim Tieferlegen seiner Rückenlehne die Knie malträtiert, und vor einen schwererziehbaren, alleinreisenden Fünfjährigen, der sich den langweiligen Flug über mit meinen Haaren beschäftigt. Das ist mein Platz im Flugzeug und vielleicht sogar der im Leben. Wer mir von anregenden Reisebekanntschaften erzählt, dem glaube ich kein Wort.
Trost gab mir immerhin eine amerikanische Freundin, die es beim Rückflug von einer langen Europareise mit einem Trick versuchte, den sie einmal in einem Film über Singles gesehen hatte: Sie verlangte beim Einchecken einen Platz neben einem alleinreisenden Herrn. Sie mußte dann elf Stunden lang mit einem katholischen Priester aus Irland über die Bibel sprechen."
"Und worüber wollen Sie gern sprechen?" fragte die Frau.
"Zum Beispiel über die Wahrscheinlichkeit, daß kurz vor Abflug noch ein gut aussehender, extrem reicher und trotzdem sehr charmanter Geschäftsmann durch den Gang geschlendert kommt und den Platz Nummer 17 B hat."
Dieser Mann fand sich augenblicklich ein.
Desertstar - 9. Nov, 09:20